Die Horde

Das als Hordeterritorium bezeichnete Gebiet umfasst die Fläche östlich der Nord-Südlinie Szczecin (Stettin) – Triest, bis an die Giftfelsen (Ural). Es handelt sich um ein gewaltiges Gebiet mit einer niedrigen Bevölkerungsdichte. Es gibt dort sowohl nomadische Viehzüchter (fälschlicherweise oft als „Hordenomaden“ bezeichnet), als auch kleine Dorfgemeinschaften die hauptsächlich von kargem Ackerbau und Jagd leben. Die Infrastruktur ist schlecht; größere Ansiedlungen (bis auf NuhMoskoh) fehlen ganz. Die Menschen sind stärker als irgendwo anders in den Weiten Landen voneinander isoliert und selten auf einer Kulturstufe die das Frühe Mittelalter übertreffen würde. Die zuverlässigste Quelle für Informationen, Innovationen und vor allem seltene Ressourcen bildeten schon seit Generationen Händler und besonders die großen Karawanen der Handelskammer. In einer Umfeld in dem Überfälle auf andere Siedlungen durchaus üblich waren dauerte es nicht lange das sich kleinere Banden zusammenschlossen, um auf diese Art ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Der Begriff der Horde ist auf den ersten Blick irreführend. Es handelt sich ja weder um Stammesverbände, noch um eine nomadisch lebende Gesellschaft. Im Grunde genommen gibt es nicht einmal wirklich DIE Horde. Diese Bezeichnung wurde durch Mitglieder der Handelskammer geprägt, die glaubten in großen Zusammenschlüssen von Räuberbanden eine organisierte Organisation zu erkennen. In Wahrheit handelte es sich häufig um eine Reaktion auf die besser werdenden Schutzstrukturen der Handelskammer. Einzelne Räuberbanden hatten mit dem Aufkommen organisierten Karawanenschutzes kaum noch eine Chance, und selbst kleinere Siedlungen waren immer häufiger in der Lage, eine solide Verteidigung zu organisieren.
Man muss sich die Horde als eine nichthomogene Fraktion vorstellen in der beständige Macht- und Territorialkämpfe an der Tagesordnung sind. Die Gruppen innerhalb der Horde sind in sogenannten „Sippen“ organisiert, die von einem „Khan“ angeführt werden. Meist sind es Soziopathen, Mörder, Sadisten und andere die sich nicht in ein soziales Umfeld eingliedern konnten ohne anderen zu schaden. Eine typische Sippe besteht aus 20 bis maximal 120 Mitgliedern. Beute aus Raubzügen wird nach Ermessen des Anführers aufgeteilt. Was diese Position sehr attraktiv macht. Eine große Gruppe individualistischer, gewalttätiger Subjekte zu kontrollieren erfordert allerdings ein gerütteltes Maß an Führungsqualität oder Skrupellosigkeit. Die Lebenserwartung innerhalb der Horde ist somit eine der kürzesten innerhalb der bekannten Fraktionen.

Nicht bei allen Mitgliedern der Horde handelt es sich um psychotische Barbaren. Es gibt Khane die sich den Erfordernissen der neuen Zeit angepasst haben. Sie bestreiten mit ihren Sippen ihren Lebensunterhalt in größeren Siedlungen als Schutzgelderpresser, Auftragsschläger oder Meuchelmörder. Sie tragen das „H“ der Horde mit Stolz und rühmen sich ihrer Herkunft, auch wenn sie ihre „Verwandten“ in der Wildnis auch gerne spöttisch als „Wilde“ bezeichnen.

Tatsächlich werden mittlerweile alle verbrecherischen Zusammenschlüsse welche die wichtigsten ethischen und moralischen Grundwerte der Gesellschaft ablehnen, als Horde bezeichnet, auch wenn sie westlich des eigentlichen Hordeterritoriums agieren. Dazu zählen skrupellose Straßenräuber, brandschatzende Banditen oder psychopathische Schlachtertrupps. Viele von ihnen tragen das „H“ der Horde, um ihren Status als Outcasts zu unterstreichen.

Mitglieder der Horde bevorzugen ein martialisches Äußeres. Häufig sind Knochen, Stacheln und Klingen als Applikationen an ihrer Kleidung zu finden. Auffällige Piercings, Brandings und Gesichtstätowierungen sind stark verbreitet. Beim Eintritt in die Horde wird jedes Mitglied mit einem großen „H“ gekennzeichnet (Tätowierung oder Branding). Dieses ist meist an Hand oder Unterarm zu finden, im Falle der Anführer auch im Gesicht oder zusätzlich an der Kleidung. Da die meisten Hordemitglieder in der Ödnis leben, oder dieser zumindest entstammen, ist der Anteil sichtbarer Mutationen vergleichsweise hoch. Das soziale Spektrum der einzelnen Banden ist stark von ihrer Größe abhängig. Das reicht von familiären oder quasi familiären Bindungen bis zu ausgeprägten Hierarchien (heutigen Gangs vergleichbar).