Bahnhof

Aus Das Giftstaub-Kompendium
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Bei einem „Bahnhof“ werden zahlreiche Bewaffnete (zwischen 60 und 80 Kämpfer pro „Zug“!) als große Handelskarawane getarnt. Üblich (soweit man überhaupt von üblich sprechen kann) sind zwei solcher präparierten Karawanen („Züge“), die sich mehr oder weniger parallel und mit wenigen Tagesreisen Abstand bewegen. Im Vorfeld werden Gerüchte über einen großen Konvoi gestreut, um die Horde und andere größere Banditenbanden aufmerksam zu machen.

Der „Bahnhof“ provoziert bewusst die Haupttrupps der Horde, um möglichst viele Kämpfer zu binden und zu vernichten. Jeder Angriff auf eine solche Wagenfestung ist automatisch zum Scheitern verurteilt. Dennoch kommt es auch auf Seiten der Verteidiger zu zahlreichen Verletzten und Toten. Der „Bahnhof“ reist, bis er sein Ziel (meist ein größerer Handelsposten der Kammer) erreicht hat. Die bewältigte Strecke kann bis zu dreißig Tagesreisen lang sein. Nach spätestens einem Monat sind die meisten großen Banden durch diesen Voraustrupp vernichtet oder schwer angeschlagen. Für diesen Teil der Operation werden üblicherweise Gildesöldner angestellt.

Den schmutzigen Part übernehmen Angestellte der Handelskammer und Freie Söldner. Sie folgen dem Bahnhof in großem Abstand und durchkämmen das Umland nach Siedlungen und Lagern der Horde. Sie töten jeden, dem sie habhaft werden können. Dazu zählen auch Frauen, Alte und Kinder. Nicht selten fallen auch unbeteiligte Ranches oder Dörfer diesen „Säuberungstruppen“ zum Opfer. Die Handelskammer sucht das natürlich zu vermeiden, aber viele der an diesen Massakern beteiligten Leute sind skrupellos oder durch die Erlebnisse bereits völlig abgestumpft.„Bahnhöfe“ kommen sehr selten vor. Sie verschlingen gewaltige Ressourcen und die Horde braucht tatsächlich mitunter Jahre, um sich neu zu sammeln. Der letzte „Bahnhof“ fand vor drei Jahren statt. Er wurde von den Handelskammerfamilien Daihatsu, Peek und Transit aus Barrelin initialisiert und startete von Hall Tadt aus. Von dort bewegte er sich in nordöstlicher Richtung bis zum heutigen Gdansk, wo er sich wieder auflöste. Die Barreliner hatten sich die Unterstützung der Familie Juritsch eingekauft. Die Säuberungstrupps wurden von Cyrano Juritsch (dem Sohn des Schaffners) persönlich koordiniert und geführt.

„Bahnhöfe“ sind in der Welt von Giftstaub immer sehr gravierende Ereignisse. Zu keiner Zeit sammeln sich so viele Menschen unter Waffen, und es sind die größten (bekannten) Militäroperationen seit Menschengedenken. Von den unzähligen Toten und völlig verwüsteten Landstrichen gar nicht zu reden. Die Horde spricht  auch von „Geisterzügen“ und es gibt nur wenige Hordler die Kontakt mit einem „Bahnhof“ hatten und davon berichten können. Für die Horde ist ein „Geisterzug“ der schlimmste denkbare Schrecken. Auf der anderen Seite kommen viele Teilnehmer der Handelskammer depressiv und mit echten Kriegstraumata nach Hause.